Neue Firmenzentrale für Mineralbrunnengruppe Wüllner

Carolinen ist umgezogen – Alle Marken künftig unter einem Dach

Die Identität und die Werte eines Unternehmens durch das Mittel der Architektur auszudrücken, das ist die Kunst von Corporate Architecture. Von den mächtigen Headquarters bis hin zur einfachen Filiale kann so eine klare Botschaft vermittelt werden, die mehr sagt als tausend Worte. Neben der Formensprache sorgt vor allem die Außenhülle, die Fassade eines Gebäudes, für den beabsichtigten Wiedererkennungswert – gleich ob es sich um ein Einzelunternehmen handelt oder um einen weltweit tätigen Konzern. Ein Beispiel für die gelungene Symbiose von Unternehmens-identität und Architektur ist die neue Firmenzentrale der Mineralquellen Wüllner GmbH in Bielefeld. Das Unternehmen hat zum Jahreswechsel seine neue Firmenzentrale bezogen.

 

Arbeiten im Einklang mit der Natur

 Carolinen zählt mit 250 Millionen Füllungen im Jahr zu den Top 10 der Marken-abfüller unter den ca. 200 Mineralbrunnenbetrieben Deutschlands. Die Firmenphilosophie des Unternehmens lautet: “Wir arbeiten im Einklang mit der Natur. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, auch bei den Energien auf nachwachsende Rohstoffe oder erneuerbare Quellen zurückzugreifen“. Die Vorstellungen der Bauherren mündeten in ein schlüssiges, energiesparendes und nachhaltiges Gesamtkonzept mit maximaler ökologischer und ökonomischer Effizienz, das außerdem höchsten Nutzkomfort bietet: Holz- und Betonkonstruktionen für das Tragwerk, Metallleichtbauelemente für eine extrem wärmegedämmte Außenhülle, dreifach verglaste Fenster, eine wegweisende technische Gebäudeausstattung unter Ausnutzung aller Abwärmequellen aus der Drucklufterzeugung des Abfüll-betriebes und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

 

Das Entwurfskonzept

 Zur Realisierung hat Carolinen ausschließlich regionale Anbieter aufgefordert. Den Zuschlag, das Bauvorhaben als Generalunternehmer und Projektentwickler abzuwickeln, erhielt das Bauunternehmen Sudbrack aus Bielefeld. Den Planungsauftrag für das Neubauprojekt in direkter Nähe zum Teutoburger Wald, in Bielefeld-Ubbedissen, erhielten die in Bielefeld ansässigen Architekten Crayen + Bergedieck. Sie wählten für die Architektur eine ungewöhnliche Gebäudehülle. Erste Überlegungen, das Produkt des Unternehmens im Baukörper wieder-erkennbar zu machen, wie z.B. in Form von Wassertropfen, wurden verworfen. So entwickelten die Planer eine 65,3 x 16 Meter lange horizontal liegende Röhre, die auf V-Stützen gestellt, scheinbar über dem Hang schwebt. Parallel zur Erschließungsstraße (Detmolder Straße)eröffnen sich die beiden vollverglasten Giebelseiten, die zwei Ebenen mit ca. 2.150 Quadratmetern Nutzflächen für die Verwaltung aufnimmt und ungehinderte Ausblicke in die Landschaft gewähren. Die quer dazu angeordnete Eingangshalle macht das Gebäude für den Besucher klar verständlich und erlebbar. Eine Freitreppe und ein Aufzug verbinden beide Ebenen miteinander. Die großzügige Hallenverglasung senkrecht zur Längs-achse gibt die Ausblicke zum Teutoburger Wald und auf den Logistikhof des Abfüllbetriebes frei.

 

Blickpunkt Fassade in Metallleichtbauweise

Wenn die Nachhaltigkeit einer solchen Baumaßnahme an erster Stelle steht, zweckmäßige bauliche Gründe eine tragende Rolle spielen und optische Argumente ausschlaggebend sind, kommen immer stärker die bewährten Metallleichtbauelemente zum Einsatz. So auch hier in Bielefeld. Den Auftrag zur Planung und Montage der kompletten Gebäudehülle mit Dampfsperre, Dämmung und Kalzip-Profilen sicherte sich der Verarbeitungsbetrieb Schlichter aus Lathen/Ems. Die erfahrenen Systemelementtechniker wickelten die Baustelle innerhalb kürzester Zeit, von September bis Dezember 2010, ab.

 

Die Umsetzung von kompetenten projektbezogenen Entwurfsaufgaben gehört bei Schlichter zum Tagesgeschäft. So konnten Bauherr, Planer und Generalunternehmer sicher sein, das kompetente Beratung in Sachen Statik und Bauphysik, qualifizierte gestalterische Lösungen sowie erstklassige und termin-treue Bauausführung analog der anspruchsvollen geltenden Fachrichtlinien sichergestellt waren. Das Unternehmen ist Komplettanbieter für die gewerke- übergreifenden Ausführungen im Industrieleichtbau. Hier bündeln sich Erfahrungen und Fachwissen bei Planung und Umgang mit modernen Fassadenelementen. Mit eigenen Statikern, Planern, Technikern und Metallbauern werden hohe Ausführungsqualität und pünktliche Abwicklung garantiert. Die Herausforderung seitens des Verarbeiters B. Schlichter bestand in der Ausführung einer glatten, beulenfreien Fassade, mit allen Anschlussdetails.

 

Eine Röhre aus Aluminium als Gebäudehülle

Die extravagante Gebäudeform umschließt eine komplette Gebäudehülle aus Aluminiumprofilen. Um ein möglichst glattes und gleichmäßiges Fassadenbild zu erreichen, entschied man sich für das Aluminium-Profil von Kalzip, Typ AF/434/1,0 im Farbton 9006. Das Dach wurde als Tonnendach ausgebildet. Das Dachschichtenpaket besteht aus einer Holzbinderkonstruktion mit Holzschalung, Dampfsperre und entsprechender Dämmung. Durch die Holzbauweise sowie die Verwendung von Kunststoffverbundklipsen bei Kalzip-System lassen sich sehr gute Dämmwerte kostengünstig verwirklichen, wobei die Aluminiumfassade eine hohe Witterungsbeständigkeit sicherstellt. Darüber hinaus gewährleistet die silberfarbene Dachüberfläche eine hohe Lichtreflexion und unterstützt so den sommerlichen Wärmeschutz. Den Dachabschluss bildet ebenfalls das Aluminium-Profil von Kalzip, Typ AF/434/1,0 im Farbton 9006, worauf eine aufgeständerte Photovoltaikanlage installiert ist.

 

Der Umzug in die neue Firmenzentrale bedeutet ein klares Bekenntnis zur Region und zu den Wurzeln des Unternehmens. Am Produktionsstandort Detmolder Straße im Ortsteil Ubbedissen wurde nach nur siebenmonatiger Bauzeit ein energieeffizient ausgestattetes Verwaltungsgebäude bezogen.

Insgesamt 60 kaufmännische Mitarbeiter/innen führen und betreuen künftig unter einem gemeinsamen Dach die diversen Marken der Mineralbrunnengruppe Wüllner. Das Investitionsvolumen betrug 3.0 Mio. Euro. sr

 

Zum Unternehmen B. Schlichter GmbH & Co. KG

Das Unternehmen Schlichter aus Lathen/Ems gehört zu den zertifizierten Fachmontagebetrieben des Industrieverbands für Bausysteme im Metallleichtbau e.V. Düsseldorf (IFBS). Gegenüber Architekten und Bauherren weist die Mitgliedschaft im IFBS einen Betrieb als kompetenten und versierten Partner in der Metallleichtbauweise und Stahlelementtechnik mit hohem Qualitätsanspruch aus. Diese Handwerksbetriebe sichern den Qualitätsstandard im Umgang mit Bauelementen aus Leichtmetall in allen Phasen des Projektverlaufs im eigenen Unternehmen und auf der Baustelle.

 

Der Handwerksbetrieb beschäftigt ausschließlich IFBS-zertifizierte Fachmonteure, die schon bei anderen schwierigen Bauaufgaben und bei anspruchsvollen Großobjekten der Industrie ihr Know-how und ihre Leistungsvielfalt unter Beweis gestellt haben; zuletzt beim Dachaufbau des Bürocenters Sky Office, Düsseldorf sowie bei der Umgestaltung der Dachlandschaften der Königsgalerie in der Düsseldorfer Innenstadt, beides Gewerbeobjekte mit imposanten, herausfordernden Dachkonstruktionen.

B. Schlichter führt das Qualitätszeichen des Industrieverbands. Es ist dessen sichtbares Merkmal und gleichzeitig Auszeichnung für eine hochwertige Ausführungsgüte nach aktuellem Stand der Technik.


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