UFOs in Baden-Baden

Das Fachmarktzentrum Cité überrascht mit futuristischer Architektur

Auf den ersten Blick sieht es aus, als seien auf dem ehemaligen französischem Kasernengelände vor den Toren von Baden-Badens UFOs gelandet. Tatsächlich handelt es sich um das Fachmarktzentrum Cité, das aus zwei futuristisch anmutenden Baukörpern besteht.

Der vom Kölner Büro „formA architekten" entworfene Komplex beherbergt im Erdgeschoss verschiedene Fachmärkte und Gastronomie-Angebote, darüber liegen die Parkdecks für die Kunden. Bei dem Ensemble aus kuppel- und schalenartigen Rundlingen mit einem begrünten Verbindungstrakt wurde die große Baumasse angenehm in die Landschaft integriert. Halb eingegraben liegt in jedem der runden Gebäude ein „Mammut"-Markt unter den Parkdecks. Ihre Waren, Elektronik im einen und Lebensmittel im anderen, benötigen kein Tageslicht. Die im Auto ankommenden Kunden profitieren davon. Statt in einer Tiefgarage parken sie oberhalb der Geschäfte und genießen normale Lichtverhältnisse. Die Betreiber sparen dadurch Beleuchtungs-, Belüftungs- und Orientierungseinrichtungen. Zur Entwässerung der Parkflächen wurden befahrbare Rinnen des Herstellers Birco verlegt. Sie bilden auf beiden Gebäuden vier schneckenförmig aneinanderhängende Kreise, jeweils mit etwa 1000 m Länge. Von den Parkdecks führen überdachte Rollsteige in die Einkaufsebene.

Der Haupteingang zu den Geschäften liegt unter dem Verbindungstrakt, der als Grünbrücke die beiden Baukörper verbindet. Den Charakter einer Unterführung bekam die Erschließungszone der „Shopping-Mall" aber erfreulicherweise nicht. Tageslicht fällt durch eine Lichtkuppel mit 30 m Durchmesser, hergestellt ohne Glas in Folientechnik.

Spektakuläres Gründach

Das Gründach wölbt sich von der Ergeschosshöhe des Eingangs hinauf zu den Parkdecks und wieder hinunter in Richtung Bundesstraße 500. Quer über die Grünbrücke fahren Autos vom einen Parkdeck zum anderen. Dort oben liegt die Begrünung fast eben in einer Stärke von 27-50 cm als Rasen mit Strauch-" Inseln" und einer unterirdischen "Anstau"-Bewässerung. Diese nutzt das durchsickernde Niederschlagswasser, das in künstlichen Drainage-Mulden angestaut wird. Bei trockenem Wetter können die Pflanzenwurzeln diese Reserven selbsttätig erschließen. Darüber hinaus anfallendes Regenwasser wird an mehreren Stellen aus dem intesiv gegrüntem Dach abgeleitet.

Quelle: baustofftechnik 5/2008

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