Spirit of Spice

Neue Gewerbehalle für die Gewürzmanufaktur in Willich

Wohnen und arbeiten unter einem Dach, so lautete die Planungsaufgabe der Bauherrschaft von Spirit of Spice für ihr neues Gebäude in Willich/Niederrhein an das Architekturbüro Dewey + Blohm-Schröder, Architekten Partnerschaft aus Viersen. Das familiengeführte Unternehmen betreibt eine kleine aber feine Gewürzmanufaktur und ist Spezialist, wenn es um die Produktion und Verarbeitung von Kräutern und Gewürzen, handverlesener Gewürzmischungen und Feinkostprodukten geht. Seine Produktideen findet man im Feinkost-Handel, in der gehobenen Gastro-nomie bei Spitzenköchen, aber auch in Kochschulen und Apotheken

Für das neue Domizil am Standort des ehemaligen Stahlwerk Beckers in Willich wünschte sich die Bauherrschaft eine architektonisch ansprechende, moderne Außenfassade und im Innenbereich eine klare optische Trennung von Wohn- und Arbeitsbereich. Die besondere Herausforderung bestand darin, für die unter-schiedlichen Nutzungen eine nach außen hin homogene Gesamtansicht zu schaffen. Dieses Ziel wurde mit einer vorgehängten Metallfassade aus großflächigen Kalzip-Fassadenkassetten erreicht, die in der Gestaltung alle Möglichkeiten offen lässt.

Planungsidee und Konstruktion für ein Passivhaus

Grundidee des Architektenentwurfs war es, alle Nutzungen sprichwörtlich „unter einem Dach zusammenzufassen“; es entstand die Dachgroßform, die die gesamte Grundfläche des Gebäudes imposant überspannt und darüber hinaus die Nutzungsbereiche zum Gewerbegebiet durch seine Bogenform abschottet. Eine Abschottung zum Süden war auch deshalb notwendig, da direktes Sonnenlicht im Produktionsbereich die Qualität der Gewürze beeinträchtigen kann. Zu den anderen drei Seiten öffnet sich das Gebäude zu der Erschließungs-straße hin.

Der Wohnbereich mit Ausblick zu dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet ist großzügig verglast. Im Produktionsbereich wurden kleinere Gebäude-öffnungen eingeplant, die ausreichende Belichtung mit Nordlicht gewährleisten. Durch die kombinierte Holzbauweise und den naturbezogenen Oberflächen im Verwaltungs- und Wohnbereich wirkt das Gebäude aber nicht technisch, sondern bietet den Nutzern und Bewohnern ein naturgeprägtes Umfeld.

Das Gebäude ist im Passivhausstandard konzipiert, mit ausreichend Tages-lichteinfall in das Gebäudeinnere. Durch die Holzleimbinder-Konstruktion als Tragwerk lassen sich hohe Dämmwerte der Fassade kostengünstig verwirklichen. Darüber hinaus gewährleisten die vorgehängten Aluminium- und Metallfassaden eine hohe Witterungsbeständigkeit. Das Dach wurde als Aluminium-Flachdach konzipiert. Es bietet eine hohe Sonnenreflektion, so dass der sommerliche Wärmeschutz ebenfalls bestens funktioniert.

Weitere ressourcenschonende technische Highlights sind die Ausrüstung mit einer geothermischen Anlage, die solare Warmwassergewinnung, eine kontrollierte Be- und Entlüftung und eine energetisch eigenständige, ca. 600 qm großen Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz der Stadt Willich eingespeist.

Innovative Materialien für das neue Domizil

Bei der Planung der Fassade entschieden sich die Architekten für hochwertige Materialien – ein Dach- und Fassadensystem aus Kalzip Aluminium Profiltafeln. Das Dach wurde mit dem Kalzip Stehfalzprofil 50/429 in der AluPlusPatina Natur Aluminium Oberfläche eingedeckt. Die Kazip Profiltafeln ermöglichen die durch-dringungsfreie Montage der aufgeständerten multikristallinen Solarmodule. Der relativ enge Radius des Kalzip-Profils gibt dem Gebäude eine markant gerundete Dachform, die in eine geschlossene Wandform des Gebäudes an der Südseite mündet.

Edle Anmutung durch Farben und Kontraste

Für die Fassaden wählten die Architekten eine vorgehängte und hinterlüftete Kalzip FC Fassade in dem Profil 30/300 im RAL-Farbton 7016, anthrazitgrau. Die beiden Farbkombinationen von Dach und Fassade harmonieren hervorragend miteinander. Sie heben sich optisch voneinander ab und wirken durch ihre großzügige Anordnung klar gegliedert.

Ausschlaggebend für die Materialwahl war die praktische, durchdringungsfreie Vario-Systemmontage. Das Kalzip FC Fassadensystem ist für alle gängigen Unterkonstruktionen geeignet. Der Clou dabei ist, dass die Montage der Paneele sowohl von unten nach oben als auch von oben nach unten erfolgen kann. Jedes Element wird einzeln und unabhängig von angrenzenden Elementen separat montiert.

Profis auf der Baustelle

Mit der Planung und Ausführung der Dach- und Fassadengewerke inkl. aller Anschlussleistungen, wie z.B. Fenster und Laibungen, Tore, Kantungen und Materialzuschnitten der Kalzipbahnen, Herstellung des Dachschichtenpaketes, incl. Montage aller Elemente, verpflichtete der Bauherr den Verarbeitungsbetrieb B. Schlichter aus Lathen/Ems, einen erfahrenen Fachbetrieb für die Ausführung und Montage von Kalzip-Profilen.

B. Schlichter beschäftigt ausschließlich zertifizierte Fachmonteure, die schon bei anderen schwierigen Bauaufgaben und bei anspruchsvollen Großobjekten der Industrie ihr Know-how und ihre Leistungsvielfalt unter Beweis gestellt haben; zuletzt beim Dachaufbau des Bürocenters Sky Office, Düsseldorf sowie bei der Umgestaltung der Dachlandschaften der Königsgalerie in der Düsseldorfer Innenstadt, beides Gewerbeobjekte mit imposanten, herausfordernden Dachkonstruktionen.

Der Verarbeitungsbetrieb aus dem Emsland gehört zu den zertifizierten Fachbetrieben des Industrieverbands für Bausysteme im Metallleichtbau e.V. Düsseldorf (IFBS). Montageunternehmen im IFBS, sichern den Qualitätsstandard im Umgang mit Bauelementen aus Leichtmetall in allen Phasen des Projektverlaufs im eigenen Unternehmen und auf der Baustelle. Gegenüber Architekten und Bauherren weist die Mitgliedschaft im IFBS einen Betrieb als kompetenten und versierten Partner in der Metallleichtbauweise und Stahlelementtechnik mit hohem Qualitätsanspruch aus. Der Handwerksbetrieb führt das Qualitätszeichen des Industrieverbands. Es ist deren sichtbares Merkmal und gleichzeitig Auszeichnung für eine hochwertige Ausführungsgüte nach aktuellem Stand der Technik.

Gute Arbeitsvorbereitung und Ausstattung

Für die professionelle Umsetzung der Planungsvorgaben des ästhetisch ansprechenden Spirit of Spice-Gebäude wurden alle Anschlusselemente zunächst bei Schlichter in Lathen/Ems gekantet, vorkonfektioniert und schließlich auf der Baustelle endmontiert. Dazu gehörten auch die Laibungen und Anschlussprofile für die Fenster, Türen und Tore. B. Schlichter verfügt in seiner Werkstatt über Kantwerkzeuge, die es ihm ermöglichen, Werkstücke bis zu einer Länge von 6 Metern zu kanten und zu bearbeiten.

Die Fassadenkassetten und Kalzip-Bahnen wurden vom Hersteller aus Koblenz direkt an die Baustelle geliefert. Vom Verarbeiter kamen sämtliche Kantteile und Anschlussprofile. Montiert wurde vom Gerüst aus, wobei die Schwierigkeit der Montage in der sauberen und fachmännisch einwandfreien Bauausführung der gesamten Übergänge, Elementstöße und Eckausbildungen sowie bei der Herstellung der gerundeten Formteile lag. Hier galt es besonders, die Elemente und Profile exakt anzuschließen und mechanisch zu befestigen, ohne dass nachträglich störende Fugen sichtbar wurden. Dazu wurden alle benötigten Kantteile /Rundungen sowie die verschiedenen Laibungen einzeln präzise ausgemessen und auf Maß manuell gefertigt. Dank guter Arbeitsvorbereitung und umsichtiger Planung gestalteten sich die Montagearbeiten planmäßig und zügig. Die Übergabe der Gewerke an den Bauherrn verlief ohne Beanstandungen mängelfrei. Das Gebäude ist das kompromisslose Bekenntnis an Qualität und an eine ressourcenschonende Umwelt.

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